Platsch ! Am Ende landeten alle im Wasser

JF Tangstedt gewinnt den 5. Flori-Cup im Wettrutschen – JF Owschlag-Norby-Brekendorf holt die beste Einzelwertung

SCHARBEUTZ (bau). Vor dem Sturz in die nasse Tiefe trennt Fynn Marquardt nur eine blanke Eisenstange. Dahinter geht es 160 Meter weit bergab ins Nichts. Doch das stört Fynn nicht. Unbeirrbar ist sein Blick in die gähnende Tiefe gerichtet. In der Jugendfeuerwehr Owschlag-Norby-Brekendorf hat er schon öfters ganz spannende Sachen erlebt. Er bleibt ganz cool. Als über ihm eine grüne Lampe aufleuchtet, läßt er ohne zu zögern die Stange los und stützt sich hinab. Sekundenbruchteile später ist er in der nebligen Röhre hinter einer Kurve verschwunden.

160 Meter weiter, 15,4 Meter tiefer und 22,25 Sekunden später schießt ein Schwall Wasser aus der blauen Röhre - und Fynn hinterher. Platsch ! Glücklich und begeistert ist er im Auffangbecken angekommen. Ein schneller Blick nach oben zur elektronischen Zeitmessung: Alles was unter 24 Sekunden ist, ist toll. Am Ende bedeuten Fynns 22,25 Sekunden den Tagessieg in der Einzelwertung bei den „5. Landesmeisterschaften im Wettrutschen um den Flori-Cup“.

Wettrutschen? So manch ungläubig staunendes Gesicht hatten die 44 Mannschaften aus ganz Schleswig-Holstein in den vergangenen Tagen sicher öfters vor sich, wenn sie erzählten, was sie am Wochenende vorhaben. Aber es war kein Spaß, sondern ein beinharter Wettbewerb, zu dem der Landesfeuerwehrverband Schleswig-Holstein zum mittlerweile fünften Mal in das Spaßbad „Ostsee-Therme“ nach Scharbeutz eingeladen hatte. Auf der Super-Wasserrutsche – der längsten in Norddeutschland – werden sogar jedes Jahr Deutsche Meisterschaften ausgetragen – und die Landesjugendfeuerwehr richtet eben alle zwei Jahre den „Flori-Cup“ aus. Dabei ist durchaus Taktik angesagt: Steifes Kreuz machen, Bodenberührung nur mit Schulterblatt und Füßen und versuchen, den eigenen Wasserschwall auf der Strecke möglichst drei- bis viermal zu überholen.

„Um das Angebot in der Jugendarbeit der Feuerwehren um einen sportlichen Mannschaftswettbewerb zu erweitern, wurde das Wettrutschen 1998 erstmalig in unser Programm aufgenommen“, so Landes-Jugendfeuerwehrwart Hauke Ohland aus Eckernförde. „Die Mädchen und Jungen im Alter zwischen 10 und 16 Jahren haben sehr viel Spaß an dieser sportlichen Begegnung. Neben dem Wettbewerb genießen sie an diesem Tag die vielfältige Wasserwelt in der Ostsee-Therme“, so Ohland. Mit der Idee sieht sich der Landesfeuerwehrverband auf der richtigen Wellenlänge mit den Kiddies. Die Veranstaltung war binnen zwei Wochen restlos ausgebucht. Vielen Teams musste danach leider abgesagt werden. Denn aus Kapazitätsgründen konnten nur für 44 Mannschaften aus ganz Schleswig-Holstein Startgenehmigungen erteilt werden. Die Kids mussten drei Durchgänge rutschen. Dabei wurden die Zeiten mittels elektronischer Messung erfasst und die beiden besten Ergebnisse addiert. Die Mannschaften wurden von über 300 Schlachtenbummlern angefeuert.

Den Gesamtsieg holte die Jugendfeuerwehr aus Tangstedt vor Ratzeburg und Hammoor. Die Tangstedter zeigten sich dabei mal wieder als Abräumer. Denn schon 2002 waren sie Sieger und landeten 2004 auf Platz 3. Der 6. „Flori-Cup“ findet 2008 statt.

Foto: Die Sieger des 5. „Flori-Cups“: Beste Einzelwertung für Fynn Marquardt (links) von der JF Owschlag-Norby-Brekendorf. Auf den Treppchen die Sieger der Mannschaften aus Tangstedt, Ratzeburg und Hammoor. Foto: Bauer